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09. April 2026

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so-fadegrad.ch

Jetzt soll das Solothurner Stimmvolk die Schule für Mode und Gestalten retten

17.04.2026

Ist das Schicksal der Oltner Lehrwerkstätte doch nicht besiegelt? Ein prominent besetztes Initiativkomitee, darunter mehrere Freisinnige, will den Sparbeschluss des Regierungsrats an die Urne bringen.

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Volksinitiative will Schule für Mode und Gestalten retten

17. April 2026

Am 17. April startet die Unterschriftensammlung für die Volksinitiative «Zukunft gestalten - Schule für BekleidungsgestalterInnen». Die Initiative fordert eine Änderung des Gesetzes über die Berufsbildung, um den Betrieb des Lehrateliers in Olten zu sichern.

Die Initiative ist eine Reaktion auf den Sparbeschluss des Solothurner Regierungsrats, die Schule für Mode und Gestalten in Olten zu schliessen. Sie nennt drei Hauptpunkte, die für die Weiterführung der Schule sprechen: Es fehlen entsprechende Lehrstellen auf dem freien Markt, die Schule bietet beste Möglichkeiten für den Berufseinstieg, und mit der Schliessung geht ein Element der kulturellen Identität verloren.

Lehrstellen für handwerklichen Beruf: Schweizweit absolvieren rund 750 Lernende eine Lehre im Bereich der Bekleidung. Nur 30 Lernende können die Lehre dual absolvieren. Alle andern tun dies in einem von insgesamt 18 staatlichen oder staatlich getragenen Ateliers. Die Schliessung der Schule für Mode und Gestalten bedeutet, dass Solothurner Jugendliche diese Lehre nicht mehr absolvieren können oder diese zum Teil aus der eigenen Tasche zahlen müssten. Damit gehen Ausbildungsplätze für einen handwerklichen Beruf und die wichtige Fähigkeit für einen nachhaltigen Umgang mit Dingen des täglichen Gebrauchs verloren.

Einstieg ins Berufsleben: Mit dem Angebot einer handwerklichen Ausbildung schafft der Kanton eine Möglichkeit für einen niederschwelligen Einstieg ins Berufsleben und ermöglicht jungen Menschen durch eine solide Ausbildung, ihr Leben zu gestalten und auf eignen Füssen zu stehen.

Regional verankert: Die bisherige Oltner Schule für Mode und Gestalten ist in der Region und im Kanton stark verankert und leistet einen hohen Beitrag zur Förderung der kulturellen Identität und Integration.

Hinter der Initiative steht der Verein «fadegrad». Er wird angeführt von Franziska Aletti-Schmid aus Niedergösgen, die bereits einen Volksauftrag zum gleichen Thema lanciert hatte. Trotz sehr starkem Rückhalt für das Anliegen aus dem ganzen Kanton lehnte der Kantonsrat den Volksauftrag im letzten Herbst ab. Nun doppelt sie mit der Volksinitiative nach. «Ich bin überzeugt, dass die Solothurner Bevölkerung das anders sieht und hinter der SMG und dem damit verbundenen Volksgut steht», erklärt sie ihr Vorgehen.

Sie erwartet, dass die Solothurner Regierung nun den Betrieb der Schule weiterführt, bis der Entscheid des Volks vorliegt. «Die Schule ist bereit, nach den Sommerferien mit einem weiteren Jahrgang von Lernenden weiterzufahren», betont sie.

Die Unterschriftensammlung läuft bis Oktober 2027; das Initiativkomitee ist aber überzeugt, dass die erforderlichen 3000 Unterschriften viel schneller zusammenkommen werden. 

Weitere Auskünfte:
Franziska Aletti-Schmid, Präsidentin, 079 245 30 45, aletti@yetnet.ch
Stefan Nünlist, Mediensprecher, 079 460 15 90, nuenlist@bluewin.ch

www.so-fadegrad.ch

Solothurner Schule für Mode und Gestalten droht das Aus

01. September 2025

Die Schule für Mode und Gestalten in Olten SO steht im politischen Gegenwind: Eine Kommission des Solothurner Kantonsrats hat sich wie der Regierungsrat für die Schliessung der kantonalen Lehrwerkstätte ausgesprochen.

(Keystone-SDA) Die Bildungs- und Kulturkommission habe den Volksauftrag zum Erhalt der Schule abgelehnt, teilten die Parlamentsdienste am Montag mit. Im kantonalen Massnahmenplan 2024 werde verlangt, diese Schule einlaufend ab dem Schuljahr 2025/2026 zu schliessen.Die Kommissionsmitglieder hätten sich eingehend mit dem Volksauftrag befasst und sich durchwegs für die duale Berufsbildung ausgesprochen. «Es ist jedoch nicht primär die Aufgabe des Kantons, die duale Berufsbildung in Lehrateliers zu finanzieren», hiess es weiter.

«Schweren Herzens»

Angesichts der finanziellen Situation des Kantons und der geringen Anzahl der Lehrverhältnisse hätten sich die Kommissionsmitglieder – «wenn auch schweren Herzens» – mehrheitlich gegen den Volksauftrag ausgesprochen. Damit folgte die Kommission dem Antrag des Regierungsrats, den Volksauftrag für nicht erheblich zu erklären.Rund 1750 Personen hatten den Volksauftrag unterschrieben. «Eine Schliessung der Schule für Mode und Gestalten würde bedeuteten, dass Solothurner Jugendliche diese Lehre nicht mehr absolvieren könnten oder gestützt auf die Pläne der Regierung diese aus der eigenen Tasche zahlen müssten», heisst es im Auftrag: «Die Chancengleichheit wäre nicht gewährt.»Mit einem Volksauftrag, der in der Kantonsverfassung verankert ist, haben 100 Solothurner Stimmberechtigte das Recht, dem Kantonsrat schriftlich einen Antrag zu stellen. Dieser wird gleich behandelt wie ein Vorstoss aus dem Parlament.

Trachtenverband sorgt sich

Auch der Solothurner Trachtenverband hatte sich für den Erhalt der Lehrwerkstätte ausgesprochen. In einem Brief an den Regierungsrat sowie an Politikerinnen und Politiker schrieb der Verband von einem «Todesstoss», welcher der Trachtenschneiderei im Kanton versetzt würde. Dies habe weitreichende Auswirkungen auf das Solothurner Trachtenwesen und somit auf die Vielfalt der Solothurner Kultur und Geschichte. Die Schule für Mode und Gestalten ist eine Abteilung des Berufsbildungszentrums Olten und der Gewerblich-Industriellen Berufsfachschule Olten.

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